Nachrichten aus dem Jahr 2009

Nachrichten aus den Jahren 1999, 2000, 2001, 2002, 2003, 2004, 2005, 2006, 2007, 2008, 2009 und 2010.

 


 

Hey, wir tun was!

Seminar zur Presse- und Öffentlichkeitsarbeit für Ehrenamtliche - Jetzt Anmelden!

In guter Tradition bietet das Herbert-Wehner-Bildungswerk zum Jahresbeginn ein Seminar zur Presse- und Öffentlichkeitsarbeit für Ehrenamtliche in Vereinen an. Wer teilnehmen möchte, kann sich ab sofort beim Herbert-Wehner-Bildungswerk unter 0351-80 40 220 oder unter info@wehnerwerk.de anmelden.

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, vom 29. bis 31. Januar 2010 in Naunhof bei Leipzig die Grundlagen von Öffentlichkeitsarbeit kennen zu lernen und dabei konkrete Schritte für ihre Vereinsarbeit zu planen. Unter dem Motto "Hey, wir tun was!" werden neben klassischen Themen wie Pressearbeit auch die Grundlagen von Fundraising und Lobbyarbeit vorgestellt. Inwieweit Web 2.0 für die eigene Vereinsarbeit nützlich sein kann, wird erstmals thematisiert. Ein Journalist berichtet aus der Praxis und berät bei der Formulierung von Pressemitteilungen.

Nähere Informationen finden Sie hier.

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Geschichten vom Amt

Hans-Jochen Vogel bespricht Erinnerungen von Rolf Böhme

Rolf Böhme, Mitglied des Freundeskreises Herbert-Wehner-Bildungswerk, erzählt in seinen "Geschichten" aus über 30 Jahren aktiver Politik, zuerst als Abgeordneter in Bonn und später als Oberbürgermeister im Freiburger Rathaus. Von 1972 bis 1982 war Böhme für die SPD-Mitglied im Deutschen Bundestag, ab 1978 bis 1982 auch Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister der Finanzen. 1982 wurde er zum Oberbürgermeister der Stadt Freiburg im Breisgau gewählt und blieb das 20 Jahre.

Das Buch enthält unter anderem ein hoch interessantes Kapitel über den SPD-Fraktionsvorsitzenden Herbert Wehner. Kein Geringerer als dessen Nachfolger - und Gründungssprecher des Freundeskreises Herbert-Wehner-Bildungswerk, Hans-Jochen Vogel - hat die "Geschichten vom Amt" des Rolf Böhme für uns besprochen. Zur Besprechung: hier.

Das Buch: Rolf Böhme, Geschichten vom Amt, 176 Seiten, Herder-Verlag Freiburg im Breisgau 2009, EUR 14,95, ISBN 978-3-451-30339-5.

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Weihnachtsgrüße vom Wehnerwerk

Mit herzlichen Grüßen aus dem Herbert-Wehner-Bildungswerk wünschen wir allen Freundinnen und Freunden, SeminarteilnehmerInnen und PartnerInnen ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest und ein friedvolles, erfolgreiches und gutes Jahr 2010!

Schon jetzt möchten wir auf unser breites Bildungsangebot im ersten Halbjahr 2010 hinweisen, das Sie dieser Homepage entnehmen können. Wie immer wird es eine Mischung aus aktuellen (kommunal-)politischen Themen, Bildungsfahrten und bewährten Weiterbildungsveranstaltungen enthalten. Für alle Seminare können Sie sich schon jetzt anmelden: per E-Mail unter info@wehnerwerk.de, per Telefon unter 0351-8040220 oder per Fax unter 0351-8040220. Auf diesen Wegen können Sie auch gern die die gedruckte Ausgabe des Seminarprogramms anfordern.

Das Herbert-Wehner-Bildungswerk ist überzeugt: 2010 wird ein starkes Jahr für die politische Bildung. Wir sind sicher, ein vielfältiges Programm für alle Ansprüche bieten zu können - freuen uns aber insbesondere auch über Ihre Anregungen.

Beste Grüße und eine schöne Adventszeit wünscht Ihnen

Das Team des Herbert-Wehner-Bildungswerks

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Das rote Dresden

von Christoph Meyer, Solongo Wandan

Dresden - geschichtsbesessen und geschichtsvergessen? August der Starke, die Luftangriffe von 1945, die Residenzstadt von heute, und sonst? Das "Rote" an Dresdens Geschichte kommt oft zu kurz, meinte das Herbert-Wehner-Bildungswerk und schuf gleich selbst Abhilfe.

Es ist ein wolkiger Okto­bernachmittag in diesem Herbst 2009. Nach einem ersten Stadtrundgang auf eigene Faust trifft die 16-köpfige SPD-Abteilung Mariendorf auf der Brühlschen Terrasse ein. Anhand des Fotos in seiner Wehner-Biographie erkennen die Berliner Christoph Meyer sofort. Er erwartet die Gruppe am Delphin-Brunnen oberhalb des Elbufers. Gleich zur Begrüßung weist er mit dem Arm rund um sich herum und fragt: "Was von dem, was Ihr hier seht, ist eigentlich original Barock?" - "Nur wenig", meinen einige vorsichtig. "Richtig", sagt Meyer. "Lediglich der Brunnen selbst stammt aus dem 18. Jahrhundert, alles andere ist jüngeren Datums". So wird gleich mit einer Reihe von "Elbflorenz"-Klischees aufgeräumt.

Das weitaus meiste an Dresdens heutiger Gestalt stammt aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Die Stadt ist weit mehr durch das Zeitalter der Industrialisierung geprägt als ihr selbst oft bewusst ist. "Und dazu gehören eben nicht nur Industrielle, Kaufleute und reiche Bürger", meint Meyer, "sondern gerade die Arbeiterinnen und Arbeiter. Dresden war im 19. und frühen 20. Jahrhundert die Hauptstadt des 'roten Königreichs' Sachsen. Auch hier stand die Wiege der Arbeiterinnen- und Arbeiterbewegung. Wir können also unsere Führungen auf den Spuren des 'Roten Dresden' praktisch überall in der Stadt machen, denn das 'Rote Dresden' ist überall. Hier wo wir sind, in Dresden Altstadt", fährt er fort, "hat August Bebel schon 1877 erstmals den Reichstagswahlkreis geholt."

Arbeitergeschichte statt barocker Plüsch

Der "Klassiker" unter den Rotes-Dres­-den-Führungen ist jedoch ein Rundgang, der auf dem Dach des Dresdner Volkshauses der Gewerkschaften beginnt, über Reste enger Altstadtgassen zum Wettiner Platz, dem Sitz der SPD-eigenen "Dresdner Volkszeitung" bis 1933, in die Friedrichstadt führt. Die Juso-Hochschulgruppe hatte 2003 ein Alternativprogramm für Erstsemester anbieten wollen und sich ans Bildungswerk gewendet. Daraus wurde dann gleich, das "Rote Dresden". Die Führung übernahm Matthias Stresow, der für Dresdens Alternativ-Reisebüro igeltour unter anderem auch Rundgänge zu Erich Kästner, Ludwig Renn und auf den Spuren von Herbert Wehners Jugend in Striesen anbietet. "Das war so erfolgreich, dass wir damit in Serie gegangen sind", sagt Christoph Meyer, "und mittlerweile ist die Führung auf den Spuren der Arbeiter/-innenbewegung fester Bestandteil unseres Programms."

Neben Meyer und Stresow ist es vor allem Ines Vogel, die das Projekt von Anfang an mitgestaltet hat und auch selbst Führungen durchführt. Die junge Dresdner Historikerin hat gewissermaßen das "Rote Dresden" in die SPD hineingetragen. Vogel hat maßgeblich dazu beigetragen, dass die Dresdner SozialdemokratInnen sich im Jahr 2006 in Arbeiterkostümen aus dem 19. Jahrhundert am Festumzug zur 800-Jahrfeier der Stadt beteiligt haben. Ein Aspekt der Stadtgeschichte, der sonst im barocken Plüsch untergegangen wäre. Zu Recht ist dieses Engagement auf dem Hamburger Parteitag 2007 mit dem zweiten Preis im Wilhelm-Dröscher-Wettbewerb belohnt worden - und es macht Schule; mittlerweile sind in Sachsen schon das "Rote Riesa", das "Rote Oelsnitz" und das "Rote Bischofswerda" hinzugekommen.

Nicht ohne Grund beginnt das "Rote Dresden" auf dem Dach des Volkshau­-ses. Von der Terrasse hat man nicht nur einen schönen Rundumblick auf die Stadt, sondern das Haus selbst steht tief in der Tradition, um die es geht.

Der Bau ist aus mühsam zusammengesparten Arbeitergroschen errichtet. In seiner unmittelbaren Nähe, in den Trianonsälen, fand 1903 der Reichsparteitag der SPD statt (mehr zum Parteitag 1903 auf der Seite 13); hier erklangen, kurz nach der triumphalen Reichstagswahl mit über 58 Prozent für die SPD in Sachsen, die Stimmen von August Bebel, Karl Kautsky, Rosa Luxemburg und Eduard Bernstein im Streit über den "Revisionismus".

Nur wenige Jahre nach der Fertigstellung des Volkshauses in seiner heutigen Gestalt wurden Platz und Gebäude, ebenso wie das Verlagsgebäude am Wettiner Platz, bereits am 8. März 1933 von der SA besetzt. Es folgten zwölf Jahre Missbrauch durch die "Deutsche Arbeitsfront", ehe nach 1945 der SED-treue "Freie Deutsche Gewerkschaftsbund" das Gebäude bezog. Erst im Laufe der 1990er Jahre wurde das Dresdner Volkshaus an die wirklich freien Gewerkschaften zurückgegeben, von Grund auf saniert und später auch wieder mit dem Schriftzug "Dresdner Volkshaus" versehen.

Hohe Posten für einen jungen Mann

Vom Dach des Volkshaues ist nur in der Ferne der Stadtteil Striesen zu sehen, Herbert Wehners Geburtsort. Auch dieser berühmte Dresdner spielt eine wichtige Rolle im "Roten Dresden", und zwar nicht nur, weil er selbst hier politisch gewirkt hat. Von 1930 bis 1931 war er sieben Monate lang Mitglied des Sächsischen Landtags und stellvertretender Fraktionsvorsitzender der KPD. Hohe Posten für einen jungen Mann, aber wichtiger ist für Wehners Leben, dass sich hier in seiner Heimat seine politische Radikalisierung vollzogen hat. Aus Protest gegen den brutalen Einmarsch der Reichswehr ist er 1923 aus der sozialdemokratischen Jugend ausgetreten, erst Anarchist geworden und dann Kommunist, bis er schließlich Anfang der 30er Jahre den Weg nach Berlin in den Apparat antreten musste. "Enttäuschtes Gerechtigkeitsempfinden" nennt Wehner-Biograph Meyer als Anlass für den politischen Irrweg (so Wehner selbst) des Kommunismus. Ein Irrtum, für den Herbert Wehner in Moskau und Schweden gebüßt hat, den er jedoch überwunden und mit seinem Beitrag zum Aufbau der zweiten deutschen Demokratie wieder gutgemacht hat wie kein Zweiter. Auch das gehört zum "Roten Dresden".

1914 hatte die SPD in Sachsen 177 500 Mitglieder, heute sind es knapp 4300. Das ist das Ergebnis eines Jahrhunderts mit zwei Weltkriegen und zwei Diktaturen. Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten haben sich verzehrt im Kampf für die Demokratie. Heute, zwanzig Jahre nach der Wiedergründung auch der Dresdner SPD 1989, sind Freiheit und Menschenrechte hier gesichert. Das sollte Hoffnung geben dafür, dass es auch mit der Sozialdemokratie und dem "Roten Dresden" bald wieder aufwärts geht. Mit dazu beitragen will das Herbert-Wehner-Bildungswerk. Greta Wehner, die am 31. Oktober 2009 ihren 85. Geburtstag feierte, hat dieses Werk der politischen Bildung 1992 mit gegründet.

Am Sitz des Bildungswerks, im Ladenlokal Kamenzer Straße 12 in der Dresdner Neustadt, endet der Oktoberrundgang mit der Abteilung aus Berlin. Für die Mariendorfer Genossen findet hier noch eine kleine Lesung aus der Biographie Herbert Wehners statt. Hell erleuchtete Schaufenster mit Wechsel- und Dauerausstellung geben einen Vorgeschmack aufs künftige Herbert-Wehner-Haus, für den ein Freundeskreis mit über 500 Mitgliedern, an der Spitze Peter Struck, Spenden sammelt. Die Wehnerwerker sind überzeugt: "Mitten im Herzen der Landeshauptstadt bekommt das 'Rote Dresden' seinen festen Platz."

Den Artikel finden Sie auch in der Zeitschrift Vorwärts.

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Neue Praktikantin

Ilona Töpel unterstützt das Team des Herbert-Wehner-Bildungswerks

Seit dem 12. Oktober 2009 unterstützt die Praktikantin Ilona Töpel das Team des Herbert-Wehner-Bildungswerks. Die Soziologie- und Erziehungswissenschaftsstudentin aus Jena nimmt vor allem Einblick in die politische Öffentlichkeitsarbeit. "Ich habe schon in vielen Bereichen der pädagogischen Arbeit Erfahrungen machen dürfen, aber politische Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit war noch nicht dabei, deshalb freue ich mich, dass das Herbert-Wehner-Bildungswerk mir die Chance gibt hinter die Kulissen zu schauen und mir die Möglichkeit gibt eigenverantwortlich und kreativ zu arbeiten."

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Fachtagung "Rechtsextremismus in Europa" jetzt ONLINE

www.bpb.de/veranstaltungen/IE9H0D,0,Rechtsextremismus_in_Europa.html

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Görlitz - Grenzstadt oder neues Herz von Europa?

Noch freie Plätze für Bildungsreise in die östlichste Stadt Deutschlands

Zusammen mit ihrer Partnerstadt Zgorzelec am anderen Ufer der Neiße kommt Görlitz ein besonderes Gewicht in der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit nach der EU-Osterweiterung zu. Wird sie dieser Rolle gerecht, eine Brücke zwischen Deutschland und Polen zu bauen? Dies ist nur ein spannendes Kapitel von vielen: Die Bildungsreise wird auch aktuelle Einblicke in die wirtschaftliche Situation der Stadt gewähren, ohne die politischen und die kulturellen Hintergründe und die sichtbaren architektonischen Besonderheiten außen vor zu lassen. Ein Besuch des Bombardier-Werkes (Waggon-Bau) ist ein besonderes Highlight.

Auf dem Programm stehen außerdem eine Führung durch die historische Altstadt mit ihrer herrlichen Bausubstanz an Renaissance und Barock, ein Besuch im Schlesischen Museum sowie eine Besichtigung der ehemaligen Synagoge. Die polnische Seite der Grenzstadt Görlitz/Zgorzelec wird auch nicht zu kurz kommen - am Sonntag wird es eine politisch-historische Stadtführung geben, die versucht, den Lebensalltag unserer polnischen NachbarInnen aufzuspüren.

Mehr Informationen hier.

Anmeldungen an info@wehnerwerk.de und telefonisch unter 0351-8040220

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Hamburg - Partnerstadt elbabwärts

Noch Plätze frei für Bildungsfahrt

Das Herbert-Wehner-Bildungswerk lädt vom 16. bis 18. Oktober 2009 zu einer Bildungsfahrt nach Hamburg ein. Eine Besichtigung des Hamburger Rathauses steht ebenso auf dem Programm wie eine exklusive Hafenrundfahrt. Im Teilnahmebeitrag von 160 Euro sind die Busfahrt von Dresden, die Hotelunterbringung sowie Eintritte und Führungen vor Ort enthalten.

Bei Führungen und Diskussionen vor Ort haben die Teilnehmenden die Chance, mit Expertinnen und Experten ins Gespräch zu kommen und viel Neues über Politik und Geschichte in Hamburg zu lernen: Die historisch gewachsene Identität der Hansestadt, das Konzept der Hafencity, der Hamburger Hafen oder auch soziale und räumliche Entwicklungen am Beispiel des Stadtteils Wilhelmsburg sind inhaltliche Bestandteile des Seminars.

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NPD hat keinen Anspruch auf Steuergeld

Das Herbert-Wehner-Bildungswerk teilt mit:

Rechtsextremes Bildungswerk gehört verboten

Zu den Presseberichten, die NPD könne nach ihrem erneuten Einzug in den sächsischen Landtag staatliche Finanzierung für ihre Bildungsarbeit beanspruchen, erklärt Dr. Christoph Meyer, Leiter des Herbert-Wehner-Bildungswerks:

"Die NPD hat keinerlei Anspruch auf die Förderung einer ihr nahestehenden Stiftung oder eines rechtsextremen Bildungswerks. Das Bundesverfassungsgericht hat 1966 in einem Grundsatzurteil allgemein festgestellt, dass politische Parteien keine staatliche Förderung für ihre Bildungsarbeit bekommen. Genau aus diesem Grund ist die parteinahe - eben nicht parteiliche! - politische Bildungsarbeit in rechtlich und politisch unabhängigen Stiftungen und Vereinen organisiert. Für die Beurteilung eines NPD-nahen Bildungsvereins ist es also belanglos, dass diese Partei - noch - nicht verboten ist.

Die bestehenden Förderbestimmungen des Freistaats schließen die Förderung antidemokratischer Bildungseinrichtungen aus. Der demokratische Staat darf seine Feinde nicht fördern. Umgekehrt gilt vielmehr: Der Staat, auch der sächsische Freistaat, ist gehalten, durch eine vermehrte Förderung unabhängiger demokratischer politischer Bildung, rechtsextreme und verfassungswidrige politische Haltungen weiter zurückzudrängen. Übrigens kann der Innenminister eine Gruppierung oder Vereinigung sogar verbieten, wenn sie verfassungsfeindliche Agitation betreibt."

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Auch daraus ist zu lernen!

Leserbrief zu Herbert Wehner in Moskau 1937

Christoph Meyer, Historiker und Vorstand der Herbert-und-Greta-Wehner-Stiftung, hat zu einem Artikel in der "Sächsischen Zeitung" vom 5./6. September 2009 den folgenden Leserbrief verfasst:

Sehr geehrte Damen und Herren,

als Verfasser der ersten wissenschaftlichen Gesamtbiographie über Herbert Wehner (München, dtv 2006) habe ich den Essay von Nicolas Büchse, "Gefangen in Zimmer 252" in der Sächsischen Zeitung vom 5./6.9.2009 aufmerksam gelesen. Dabei finde ich die Schilderung der beklemmenden und bedrückenden Atmosphäre im Moskauer Emigrantenhotel "Lux" zur Zeit der stalinistischen Säuberungen sehr beeindruckend.

Fragwürdig ist jedoch die Darstellung der Person und Rolle Herbert Wehners im Jahr 1937. Wenn dort steht "Wie vielen Menschen Wehners Anschuldigungen die Freiheit oder das Leben kosten, ist ungeklärt", so ist dem hinzuzufügen: Es ist nach wie vor ungeklärt, ob "Anschuldigungen" Wehners überhaupt zum Untergang irgendeines Menschen geführt haben. Wenn eine "neue Welle des Terrors" gegen deutsche Emigranten kurz nach Wehners Gesprächen mit dem Geheimdienst beginnt, so bedeutet dies doch nicht, dass es Wehner war, der dies veranlasst oder gar verursacht hat. Herbert Wehners Rolle war nicht die eines eifernden, hassenden "Scharfrichters"; er war nicht Treibender, sondern allenfalls, wie so viele, für eine kurze Phase ein Rädchen im Getriebe des Stalinschen Terrors.

Mit Recht betont Büchse, dass Wehner in Moskau jederzeit selbst der Gefahr ausgesetzt war, verhaftet und verurteilt zu werden. Anders als die überwältigende Mehrzahl der deutschen Kommunisten in der Sowjetunion entging er diesem Schicksal. Wie knapp, geht aus einer Notiz des NKWD-Chefs Nikolai Jeschow aus dem Sommer 1938 hervor. Darin fordert der Volkskommissar ungeduldig die Verhaftung Wehners. Jeschows Sturz rettete wahrscheinlich Wehners Leben.

Wenn Nicolas Büchse behauptet, Herbert Wehner habe bis zu seinem Tod darüber geschwiegen "welche Rolle er in Moskau wirklich gespielt hat", so ist dies weniger als die halbe Wahrheit. In seinen 1946 in Schweden geschriebenen "Notizen" (1982 als Buch veröffentlicht) hat Wehner auf über 200 Schreibmaschinenseiten detailliert über seine Erfahrungen in der KPD der 30er und 40er Jahre berichtet. Mehr als 50 Seiten behandeln die "Erlebnisse in Moskau". Es handelt sich um eine kritische und auch selbstkritische Auseinandersetzung mit dem Parteikommunismus während der NS-Zeit. Etwas Derartiges ist von keinem anderen führenden KPD-Funktionär überliefert. Die Ulbricht, Pieck, Dahlem und anderen: Sie alle sind schweigend in die Führungspositionen des SED-Regimes eingezogen. Der einzige, der die Konsequenz gezogen hat, nachhaltig mit dem Kommunismus bricht und sich konsequent für eine Politik der Freiheit und des sozialen Ausgleichs einsetzt, Herbert Wehner also, wird zeitlebens und noch nach seinem Tod immer neuen Nachstellungen ausgesetzt. Wer immer die Geheimdienstakten aus Moskau oder Ost-Berlin benutzt, muss wissen: Er oder sie fischt in trüben Quellen.

Wehners Leben und Werk macht all denjenigen Mut, die aus politischen Fehlern und Irrtümern lernen, um engagiert eine bessere Zukunft zu gestalten. Leider steht der öffentliche Umgang mit ihm unter anderem dafür, dass es in der Politik nicht unbedingt gerecht zugeht. Auch daraus ist zu lernen.

Mit freundlichen Grüßen

Frühere Stellungnahmen zu Angriffen auf Herbert Wehner finden sich unter

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Wählen Macht Sinn!

Kommentar zur Landtagswahl 2009 in Sachsen

Nun ist sie vorbei, die sächsische Landtagswahl vom 30. August 2009. Die Wahlbeteiligung ist, es war nach dem eher langsam laufenden Hochsommerwahlkampf nicht anders zu vermuten, erneut gesunken, diesmal auf den historischen Tiefstand von 52,2 Prozent. Das ist nicht gut für die Demokratie, aber es ist nicht die Bevölkerung, der dieses anzulasten ist. Es war schließlich die politisch maßgebende Kraft selbst, welche dieses Datum durchgesetzt hat. Und es sind die Parteien selbst, die im Wahlkampf nicht deutlich genug machen konnten, um welche Alternativen es eigentlich ging.

Die schwarz-rote Koalition Sachsens hat sich nicht mit Ruhm bekleckert. So hat die sächsische CDU satte 130.000 Stimmen verloren und mit 40,2 Prozent weiter an Zustimmung eingebüßt, und ihr kleinerer Koalitionspartner SPD (10,4 Prozent, minus 17.000 Stimmen) konnte diese Verluste nicht ganz wett machen. Die 0,6 Prozent Zugewinn sind allerdings keine große Anerkennung für fünf Jahre Mitwirken in der Regierungsarbeit.

Denn der eigentliche Wahlsieger ist die Partei, deren Vorsitzender hier eine Werbeagentur hat, die FDP, nur knapp hinter der SPD auf Platz 4 mit 10,0 Prozent. Das langt klar zur Bildung eines schwarz-gelben Bündnisses. 24 Prozent der Wähler hatten sich laut Umfragen die Fortsetzung der sozialeren Koalition von CDU und SPD gewünscht, aber was hilft es, wenn keine der beteiligten Parteien selbst große Begeisterung für dieses vermeintlich bloße Zweckbündnis an den Tag legt. Ob die Probleme des Landes von der neuen Regierung besser zu lösen sind - als da wären: Klima für Investitionen, ökologisch-soziale Erneuerung und Überwindung der sozialen Gliederung im Schulsystem, wird sich zeigen.

Weiter ist deutlich geworden: Die Bäume der Linkspartei wachsen nicht in den Himmel. Deutlich verloren bei 20,6 Prozent, zwar auf Platz 2 aber ohne Regierungsperspektive. Die "Grünen" schaffen mit 6,4 Prozent den Wiedereinzug ins Parlament.

Und ein Schandfleck für die sächsische Demokratie bleibt auch im künftigen Landtag: die NPD. Mit 5,6 Prozent hat sie fast die Hälfte ihrer Wähler verloren, doch ihre massiv plakatierten ausländer- und fremdenfeindlichen Parolen haben eine erschreckend hohe Zustimmung gefunden. Erste Analysen zeigen: Die Rechtsextremen sind bei den Erstwählern zweitstärkste Partei. Der Kampf gegen diese zutiefst menschenverachtende Form der politischen Meinungsäußerung bleibt eine wichtige Aufgabe aller demokratischen Parteien, Vereine und der gesamten Gesellschaft. Und nicht zuletzt für die politische Bildung.

Was ist los in Sachsen? In ihrem Heimatland ist die Sozialdemokratie auch zwanzig Jahre nach der friedlichen Revolution nicht in der breiten Masse des Volkes angekommen. Mitglieder- und Volkspartei werden: Dafür ist langfristige Arbeit, mühevolle Arbeit notwendig. Pflügen auf steinigem Boden. Thüringen und Saarland aber zeigen, dass für die Bundestagswahl am 27. September gilt: Wählen Macht Sinn!

Christoph Meyer

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Noch Plätze frei für "Grenzgang Nürnberg"

Westdeutsche Entwicklungen - Ostdeutsche Perspektiven

Das Herbert-Wehner-Bildungswerk bietet vom 9. bis 11. Oktober 2009 eine Studienreise nach Nürnberg an. Im Teilnahmebeitrag von 144 Euro inbegriffen sind die Fahrt von Dresden, Chemnitz und Plauen aus mit dem Bus, die Hotelunterkunft in Doppelzimmern mit Frühstück und das Seminarprogramm mit vielfältigen fachkundigen Führungen. Jetzt Anmelden oder weitere Informationen erfragen: Telefonisch unter 0351-8040220 oder per E-Mail an info@wehnerwerk.de.

Auf dem dreitägigen Programm stehen die widersprüchlichen Aspekte der Stadt Nürnberg als Kulisse der Reichsparteitage und der Nürnberger Rassegesetze, die Reichs- und Patrizierstadt im Mittelalter, die industrielle Kernregion der Arbeiterbewegung und ihre heutige wirtschaftliche Situation sowie Nürnberg als Schauplatz der NS-Kriegsverbrechertribunale und Ausgangspunkt der internationalen Strafgerichtsbarkeit.

Die Bildungsfahrt wird aus Mitteln der Bundeszentrale für politische Bildung gefördert.

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11. Juli 2009: Lebendige Demokratie Ost

Wehner-Freunde trafen sich in Dresden

Richard Schröder, Gesine Schwan und Milos Havelka am 11. Juli 2009 in Dresden

Über 200 Dresdner und teils weitgereiste Freundinnen und Freunde des Herbert-Wehner-Bildungswerks trafen sich am 11. Juli, dem 103. Geburtstag des legendären SPD-Fraktionsvorsitzenden. Mit dabei: Peter Struck, Greta Wehner, Franz Müntefering, Wolfgang Tiefensee und Jürgen Schmude. Sie alle lauschten gebannt dem hochkarätigen Podiumsgespräch zwischen Gesine Schwan, Richard Schröder und Milos Havelka zum Thema "Lebendige Demokratie Ost".

Dabei klappte die Verständigung mit dem Prager Professor gut. Havelka betonte, dass Demokratie sich nicht nur in Institutionen erschöpfe, sondern eine kritische Öffentlichkeit hinzukommen muss. Während Gesine Schwan und der ehemalige Vorsitzende der SPD-Volkskammerfraktion Richard Schröder teils durchaus unterschiedliche Herangehensweisen hatten, konnten sich doch alle darauf einigen: Je mehr Menschen in der Demokratie mitwirken, um so lebendiger wird sie. "Demokratie nicht nur als Staats-, sondern als Lebensform", so hatte Herbert Wehner es einst vom tschechoslowakischen Staatsgründer Masaryk gelernt.

Der Freundeskreis Herbert-Wehner-Bildungswerk unter Vorsitz von Peter Struck hat inzwischen fast 550 Mitglieder in ganz Deutschland. Der Kreis trifft sich alljährlich am Geburtstag seines Namensgebers. In der Sitzung erläuterte Geschäftsführer Christoph Meyer das Ziel: Mitten in Dresden, nah bei den Menschen, ein Herbert-Wehner-Haus für die politische Bildung und die demokratische Kultur errichten. "Wir wollen bauen und wir werden bauen."

Einen gelungenen Abschluss und die Gelegenheit, die Eindrücke vom Tage zu vertiefen, bot erneut das abendliche Grillfest im Hof des Herbert-Wehner-Bildungswerks in der Dresdner Neustadt. Das "große Gespräch" (Willy Brandt) am Tage und das kleine Gespräch am Abend, sie beide zusammen ergaben an diesem Samstag in Dresden eine Lektion in lebendiger Demokratie.

Der Freundeskreis Herbert-Wehner-Bildungswerk sucht stets neue Mitstreiterinnen und Mitstreiter. Nähere Informationen gibt's telefonisch unter 0351-8040220 oder im Internet.

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Vortragstechnik und Präsentation, gewusst wie ...

Jetzt Anmelden zur Sommerschule des Wehnerwerks

Für alle, die in Vereinen, Initiativen oder Parteien aktiv sind und selbst Seminare, Gesprächsrunden oder andere Projekte leiten wollen, gibt es jetzt eine ideale Gelegenheit, sich dafür fachkundig schulen zu lassen:

Das Herbert-Wehner-Bildungswerk bietet vom 17. bis 25. August 2009 in "Haus Grillensee" in Naunhof bei Leipzig einen sechstägigen Moderationskurs an. Im Teilnahmebeitrag von nur 149 Euro (für Freundeskreismitglieder 124 Euro) sind auch die Kosten für Unterkunft (in Zweibettzimmern) und Verpflegung (Vollpension) schon enthalten.

Welche Rolle spielt eine gute, interessante Moderation für den Verlauf einer Diskussionsrunde? Wie kann ich die Teilnehmenden am Besten zum Mitmachen motivieren? Diesen und vielen anderen Fragen soll auf den Grund gegangen und sie dann aktiv erprobt werden: Während des 6-tägigen Workshops lernen die Teilnehmenden unterschiedliche Moderationstechniken kennen. Ziel ist es, in Gruppenarbeit und Einzelvorträgen die Grundlagen einer erfolgreichen Gesprächsführung zu verinnerlichen und natürlich der eigenen Vortragstechnik den letzten Schliff zu verleihen.

Anmeldung und mehr Informationen hier.

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Deutsch-Tschechisches in Dresden

Herbert Wehners Geburtstag - Gelegenheit zum Mitfeiern

Jedes Jahr trifft sich der Freundeskreis Herbert-Wehner-Bildungswerk zum Geburtstag Herbert Wehners am 11. Juli in Dresden. Mit öffentlicher Veranstaltung, kurzer Sitzung und Grillfest. Dieses Jahr bietet sich für alle Interessierten die Gelegenheit, dabei zu sein. Und zwar im Rahmen des Seminars "Lebendige Demokratie Ost?" vom 10. bis 12. Juli 2009.

Für wenig Geld werden zwei Seminartage in der am "Blauen Wunder" gelegenen Brücke/Most-Stiftung geboten. Thema ist der Stand der Demokratie in Deutschland und Tschechien zwanzig Jahre nach der Friedlichen Revolution. Am Samstag gibt's im Stadtzentrum eine Podiumsdiskussion mit Richard Schröder (1990 SPD-Fraktionsvorsitzender in der DDR-Volkskammer) und Milos Havelka (Karls-Universität Prag). Alle Seminarteilnehmer sind eingeladen zum Treffen des Freundeskreises unter Leitung von Peter Struck sowie zum abendlichen Grillfest.

Neue Kontakte knüpfen, Sachsen und Tschechien politisch näher kennen lernen - und dazu noch mitten im Sommer Dresden erleben: Interessierte sind willkommen.

Weitere Infos telefonisch unter 0351-8040220 - und hier.

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Unterstützung bei der politischen Öffentlichkeitsarbeit

Seit Mitte April ist Martin Schwarze Praktikant im Herbert-Wehner-Bildungswerk und sorgt bis Ende Mai vor allem im Bereich der politischen Öffentlichkeitsarbeit für Unterstützung. Der 22jährige Student der Geschichtswissenschaft an der TU Dresden will so Einblicke in die politische Bildungsarbeit nehmen. "Es ist interessant zu erleben, wie viele Dinge für das Gelingen der verschiedensten Veranstaltungen wichtig sind. Auch ist es wichtig während des Studiums bereits Erfahrungen zu sammeln, welche Möglichkeiten ein geisteswissenschaftliches Studium später bietet."

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Der friedliche "Nahe Osten" Europas

Bericht einer Seminarteilnehmerin

Internationale Gäste konnte das Herbert-Wehner-Bildungswerk in Dresden schon öfters begrüßen. Jugendliche aus Israel und Palästina in einer gemischten Gruppe allerdings waren eine Neuheit. Viel galt es im Vorfeld zu organisieren und zu planen, zu überlegen und zu diskutieren, bevor das Treffen stattfinden konnte. Auf Einladung des Wehnerwerks hatten die jungen Menschen aus der Konfliktregion im Nahen Osten die einmalige Gelegenheit miteinander und mit deutschen Jugendlichen ins Gespräch zu kommen.

Ende März war es so weit, eine interessante Spannung war zu spüren, als sich die Gruppe das erste Mal traf. Worüber sprechen, was bereden - kannte man sich zum Teil weder untereinander, noch die "Befindlichkeiten" der ausländischen Gäste. Der Gaza-Krieg warf einen Schatten über den Beginn des Projekts, als nur die Hälfte der Teilnehmenden aus den palästinensischen Gebieten anreisen konnte.

Trotz intensiver und langwieriger Vorbereitung war die erste Begegnung für alle eine Herausforderung. Einiges stand auf dem Programm für die nächsten Tage, viel sollte erklärt, gesehen und erlebt werden. Zum Beispiel ging es nach Bautzen, wo wir uns einen Eindruck zur doppelte Diktaturengeschichte in Ostdeutschland verschafften. Danach führte das Seminar nach Görlitz. In eine Grenzstadt also, die bei aller Unterschiedlichkeit ihrer beiden Teile doch immer stärker zusammen wächst, mit schrankenfreiem Grenzverkehr, einer gemeinsamen starken Kooperation und inzwischen auch Identität. Gerade für die Gäste war dies eine besondere Erfahrung, sieht die Realität in ihrem Land doch sehr anders aus.

Ziel des Projektes war es auch, in Dresden Öffentlichkeit und Sensibilität für das Thema "Naher Osten" herzustellen. Aus diesem Grund hatten wir als Bildungswerk die Leiterin des Willy-Brandt-Centres Jerusalem (WBC), Yeliz Tolan, zu uns in die Kamenzer Straße eingeladen, um über die konkrete Arbeit vor Ort zu berichten. Yelitz Tolan erläuterte dem Publikum das Anliegen des WBC, eine Plattform für den Dialog zwischen jungen Israelis und Palästinensern zu bieten, und die Notwendigkeit einer solchen Institution gerade jetzt in der derzeitigen angespannten Lage in Nahost.

Ein besonderes Highlight war unser Ausflug nach Prag im Zusammenhang mit der aktuellen EU-Ratspräsidentschaft der Tschechischen Republik. Schon der barrierefreie Reiseverkehr von einem Staat in den anderen war beeindruckend für unsere Gäste. Wir besichtigten das tschechische Parlament und befassten uns vor Ort intensiv mit der Europäischen Union, ihren Institutionen und natürlich ihrer Rolle im Nahostkonflikt.

Weitere Punkte waren in den nächsten Tage die Auseindersetzung mit dem Rechtsextremismus in Sachsen und Deutschland sowie die konkrete Lebenssituation von Migrantinnen und Migranten in Dresden.

Nach so erlebnisreichen Tagen, nach unzähligen Diskussionen und Referaten, nach vielen Eindrücken und Informationen musste uns die Gruppe leider viel zu früh schon wieder verlassen. Was bleibt ist die Gewissheit, "Peace in our Time" ist möglich, denn wir haben es erlebt!

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Einladung zur Lesung

Im Schatten von Mühlberg

Am Donnerstag, den 23. April 2009 liest Sigrid Drechsler im Herbert-Wehner-Bildungswerk in der Kamenzer Straße 12 aus ihren Büchern zur Geschichte des "Speziallagers Nr. 1" in Mühlberg an der Elbe. Die Veranstaltung ist öffentlich, der Eintritt frei.

Anmeldungen oder weitere Informationen erhalten Sie telefonisch unter 0351-8040220 oder per E-Mail an info@wehnerwerk.de.

Nach einer Einführung in die Lagergeschichte an Hand von Bildern und Fakten wird Sigrid Drechsler aus Ihrem autobiographischen Roman: "Im Schatten von Mühlberg" lesen, und lädt im Anschluss zum Gespräch ein.

Das Lager Mühlberg gehört zu jenen Orten mit "doppelter Vergangenheit". Fünf Kilometer nordöstlich von Mühlberg an der Elbe wurde 1939 auf einem etwa 30 Hektar großen Gelände ein Lager für Kriegsgefangene der deutschen Wehrmacht aufgebaut. Im Januar 1945 befanden sich 25 000 Kriegsgefangene im Lager - vegetierend unter unmenschlichen Bedingungen.

Am 23. April 1945 befreiten Einheiten der 1.Ukrainischen Front das Kriegsgefangenenlager. Ab August diente es als so genanntes Speziallager Nr. 1 des Ministeriums für Innere Angelegenheiten der UdSSR. Fortan wurden im Lager deutsche Zivilgefangene - darunter kleinere und mittlere Funktionäre der NS-Partei aber auch willkürlich Verhaftete, die ohne Haftbefehl und oftmals auf Grund von Denunziationen hierher verschleppt wurden - inhaftiert. 1948 wurde das Lager geschlossen. Innerhalb von drei Jahren kamen schätzungsweise 6800 Menschen ums Leben. Viele Ihrer Angehörigen erfuhren erst Jahre später oder nie von der Inhaftierung, dem Tod oder Verbleib der Verschleppten.

So auch die Autorin Sigrid Drechsler: Nur durch Zufall erfuhren sie und Ihre Schwester vom Tod Ihres erst im Sommer 1948 aus der Kriegsgefangenschaft heimgekehrten Vaters in Mühlberg. Ebenso wie von den vermeintlichen Gründen für seine Verschleppung.

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Dresden einmal anders erleben!

Stadtspaziergänge für interessierte Dresdner und Dresdnerinnen

Das Herbert-Wehner-Bildungswerk bietet am 9. April 2009 um 16.00 Uhr und am 16. April 2009 um 18.00 Uhr besondere, politisch-historische Stadtführungen an. Für nur 2 Euro erhalten interessierte Dresdnerinnen und Dresdner eine fachkundige Führung. Der Treffpunkt zur ersten Führung ist am Kronentor/Zwinger, zur zweiten am Volkshaus (DGB-Haus) am Schützenplatz.

Am 9. April wird es möglich, auf dem 90minütigen Stadtspaziergang die eigene Stadt einmal mit anderen Augen zu sehen. Altes aber auch viel Neues vom Zwinger, der Frauenkirche und der Semperoper ist zu erfahren. Der Stadtspaziergang soll auch die Möglichkeit geben über Dresden zu diskutieren und sich auszutauschen.

Am 16. April führt ein 90minütiger historischer Stadtspaziergang "Das Rote Dresden" auf die Spuren der Arbeiterbewegung in Dresden. Der Rundgang beginnt auf der Dachterasse des Gewerkschaftshauses und führt dann Richtung Friedrichstadt vorbei an den wichtigsten Stationen der Entwicklung. Sie werden dabei entdecken, dass neben Leipzig auch Dresden eine wichtige Rolle in diesem Kapitel sächsischer Geschichte gespielt hat.

Jetzt Anmelden oder weitere Informationen erfragen: Telefonisch unter 0351-8040220 oder per E-Mail an info@wehnerwerk.de.

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Sigmar Gabriel punktet in Dresden

Bundesumweltminister überzeugte im überfüllten Herbert-Wehner-Saal

Sigmar Gabriel und Bildungswerkschef Christoph Meyer auf dem Podium

Die Einladung des Herbert-Wehner-Bildungswerks in Dresden am Montag, den 9. März zu einer Gesprächsrunde mit Bundesumweltminister Sigmar Gabriel stieß auf großes Interesse. Es fanden sich über 90 interessierte und engagiert fragenden Dresdner Bürgerinnen und Bürgern im Herbert-Wehner-Saal ein.

Die Dresdner SPD-Bundestagsabgeordnete Marlies Volkmer hatte in der Podiumsrunde einen ganzen Sack voll Fragen parat. Und Gabriel blieb keine Antwort schuldig. Er sprach zur Sache, machte klar, warum die Reduzierung der CO2-Emissionen wirtschaftlich Sinn macht, warum es beim Atomausstieg bleiben muss und was sozialdemokratisches Handeln im Wahljahr 2009 ausmacht: Sagen was wir wollen, die Richtungsentscheidung klar machen und auf verantwortliches Handeln der Wählerinnen und Wähler am 27. September setzen...

Der Saal platzte aus allen Nähten und jeder und jede nahm eine interessante Erkenntnis aus dem zweistündigen Gespräch mit.

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Sieben Tage Rügen

Das Herbert-Wehner-Bildungswerk hat jetzt die allerletzten Plätze für eine Studienreise vom 27. April bis 3. Mai 2009 nach Rügen zu vergeben. Anmeldungen oder weitere Informationen erhalten Sie telefonisch unter 0351-8040220 oder per E-Mail an info@wehnerwerk.de.

Der Beitrag für die sieben Tage beträgt 289 Euro (für Mitglieder des Freundeskreises Herbert-Wehner-Bildungswerk 264 Euro). Im Preis sind die Bahnreise, Unterbringung mit Frühstück, ein Abendessen am Anreisetag und das Programm enthalten.

Das Programm zur Entwicklung der Insel Rügen seit 1989 führt durch Sassnitz, Binz, Bergen und Stralsund. Die Studienreise thematisiert unter anderem den Naturschutz im Nationalparkzentrum am Königsstuhl, die Geschichte mit einer Führung auf der Insel Vilm und ein Besuch des nie in Betrieb gegangenen KdF-Bades in Prora. Besucht wird auch die Volkswerft in Stralsund. Die Inhalte werden durch Gespräche mit Menschen unterschiedlichster Sichtweisen vertieft: Unternehmer, Kurdirektor, Betriebsräte, Kommunalpolitikerin, Naturschützerin und Sozialarbeiterin. Natürlich ist über die Woche verteilt auch ausreichend Zeit für erholsame Spaziergänge entlang der Küste. Die Unterkunft im "Kurhotel" im Erholungsort Sassnitz ist nahe der berühmten Kreidefelsen und des Nationalparks.

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Hilfe für Arthur - Spenden und Typisierung weiter erbeten

Im Februar erreichte alle Freundeskreismitglieder, von denen wir eine Emailadresse haben, ein dringender Aufruf - ein Baby eines Freundeskreismitglieds in Dresden zu retten, dass an Leukämie erkrankt ist und für das eine passende Knochenmarkspende gesucht wird. Die Suche nach der Nadel im Heuhaufen - und wir haben sehr viele positive Rückmeldungen bekommen: Es haben Freundeskreismitglieder gespendet, sich Typisieren lassen oder auch einen ehrenamtlichen Dienst am Samstag, den 28. Februar übernommen. Im Namen der Eltern möchten wir dafür ganz herzlich danken! 1551 Menschen haben sich anlässlich der Typisierungsaktion in die Deutsche Knochenmarkspendedatei (DKMS - www.dkms.de) aufnehmen lassen. Dies ist jetzt immer noch problemlos möglich, alle Infos dazu gibt es auf Nachfrage im Wehnerwerk unter 0351-8040220 oder noch einfacher und ganz umfassend unter www.hilfe-fuer-arthur.de oder www.dkms.de

Spenden werden erbeten an:

Ostsächsische Sparkasse Dresden
DKMS Spendenkonto "Hilfe für Arthur"
Konto: 3100 332 104
BLZ: 850 503 00

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Wie wird das Klima, Herr Gabriel?

Bundesumweltminister kommt nach Dresden

Am Mittwoch, den 9. März 2009 um 18.00 Uhr ist Sigmar Gabriel im Herbert-Wehner-Saal, Könneritzstraße 5 (Dresden-Altstadt, Nähe Bahnhof Mitte) zu Gast.

Die Dresdner Bundestagabgeordnete Marlies Volkmer und Christoph Meyer, Leiter des Herbert-Wehner-Bildungswerks beginnen ein lockeres "Tri-Gespräch", in das anschließend auch gern Fragen aus dem Publikum aufgenommen werden.

Die Veranstaltung ist öffentlich, der Eintritt frei, die vorherige Anmeldung beim Bildungswerk jedoch aus organisatorischen Gründen notwendig: Per Fax an 0351-8040222, per Email an info@wehnerwerk.de oder telefonisch unter 0351-8040220.

Themen werden natürlich einerseits die bundesdeutsche Umweltpolitik von Kernkraft bis Klimawandel, aber andererseits auch der Parteipolitiker Sigmar Gabriel und die Lage der SPD im Superwahljahr 2009 und natürlich die Person Sigmar Gabriel sein.

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Noch freie Plätze für Studienreise!

Görlitz - Grenzstadt oder neues Herz von Europa?

Das Herbert-Wehner-Bildungswerk lädt zu einer Studienreise am 14. und15. März 2009 nach Görlitz ein. Es gilt die östlichste deutsche Stadt politisch, historisch und kulturell zu erkunden. Im Teilnahmebeitrag von 58 Euro sind die Bahnfahrt von Dresden, Unterbringung und Verpflegung enthalten. Anmeldung und weitere Informationen unter 0351-8040220 oder per Email unter info@wehnerwerk.de.

Nach einem ausführlichen Stadtrundgang in beide Teile der Europastadt Görlitz/Zgorzelec steht ein Gespräch mit dem Kulturbürgermeister, Dr. Michael Wieler, zur Entwicklung der deutsch-polnischen Zusammenarbeit auf dem Programm. Ein Besuch im Schlesischen Museum mit anschließender Debatte soll die wechselvolle Geschichte Niederschlesiens sowie das Thema Flucht und Vertreibung behandeln.

Zusammen mit ihrer Partnerstadt Zgorzelec am anderen Ufer der Neiße kommt Görlitz ein besonderes Gewicht in der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit zu. Diese politisch-historische Studienfahrt möchte daneben Einblicke in die aktuelle politische und wirtschaftliche Situation der Stadt gewähren, ohne die kulturellen Hintergründe und die sichtbaren architektonischen Besonderheiten außen vor zu lassen.

Diese Studienreise ist ein Teil von vielen Angeboten des Herbert-Wehner-Bildungswerkes, die nach ganz Sachsen und in andere Regionen Deutschlands führen. Die Teilnehmer lernen dabei nicht nur die bekannten Sehenswürdigkeiten der besuchten Reiseziele kennen, sondern erfahren darüber hinaus etwas zur wirtschaftlichen Lage, zur politischen Situation oder zur kulturellen Bedeutung der jeweiligen Region.

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Konflikte kompetent lösen - Das Modell der Gewaltfreien Kommunikation erlernen!

Jede und jeder kann das Handwerkszeug zum konstruktiven Umgang und zur Vermeidung von Konflikten erlernen. Beim Seminar "Konflikte kompetent lösen - Gewaltfreie Kommunikation (GFK) nach Marshall B. Rosenberg" werden die vier Schritte des Kommunikationsmodells des US-amerikanischen Psychologen Rosenberg vorgestellt und ihre Anwendung erprobt. Das Seminar findet vom 20. bis 22. Februar 2009 auf dem Appenhof bei Meißen statt. Die Teilnahmegebühr für drei Tage inklusive Übernachtung und Vollpension beträgt 77 Euro. Eine Kinderbetreuung vor Ort ist möglich! Anmeldungen oder weitere Informationen gibt es ab sofort telefonisch unter 0351- 8040220 oder per E-Mail an info@wehnerwerk.de.

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