Nachrichten aus dem Jahr 2000

Nachrichten aus den Jahren 1999, 2000, 2001, 2002, 2003, 2004 und 2005.


"Viele praktische Übungen, daher gut"

Seminar zur Öffentlichkeitsarbeit in Königstein

"Viele praktische Übungen, daher gut", so lautete das Fazit einer Teilnehmerin zum Seminar "Presse- und Öffentlichkeitsarbeit", welches vom 16. bis 19. November 2000 in Königstein (Sächsische Schweiz) stattfand. Mehr als drei volle Tage übten 15 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, wie man eine Pressemitteilung schreibt und damit womöglich auch noch in die Zeitung kommt. Das Seminar wurde geleitet von Klaus Reiners, Mitarbeiter beim SPD-Parteivorstand, und Götz Middeldorf, Lokalchef der NRZ in Mettmann (NRW).

"Methodik und Inhalt waren voll in Ordnung", meinte ein Teilnehmer. Und ein anderer fügte hinzu: "Durch die vielen praktischen Übungen habe ich viel dazugelernt." Eines aber überzeugte nicht: der Besuch bei der Lokalredaktion der "Sächsischen Zeitung" in Pirna. Die Bewertungen der Vorstellung dieser Zeitung reichten in der Auswertungsrunde des Seminars von "nicht zufriedenstellend" bis "reif für einen Sketch". Bildungswerk-Geschäftsführer Christoph Meyer, der sich am letzten Seminartag die Berichte der enttäuschten Teilnehmerinnen und Teilnehmer über den Redaktionsbesuch anhörte, meinte dazu: "Das ist nun einmal die Realität der sächsischen Presselandschaft. Wer hier in Vereinen, Verbänden und Parteien Pressearbeit machen will, muß diese Realität kennenlernen und mit ihr umgehen. Darum werden auch weiterhin Redaktionsbesuche auf unserem Seminarprogramm stehen."

Im Januar und Februar finden zwei weitere Kommunikationsseminare in Königstein statt: Vom 18. bis 21. Januar ein Rhetorikseminar und vom 15. bis 18. Februar ein Seminar zu Kampagnenplanung und Bürgerdialog. Alle Interessierten können sich zu diesen Seminaren anmelden (siehe Seminarprogramm).

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Bildungswerk bietet Seminare zum Rechtsextremismus

Programmschwerpunkt nicht erst seit Sommer 2000

Was hilft gegen den Rechtsextremismus? "Drei Dinge", behauptet der Leiter des Herbert-Wehner-Bildungswerks, Dr. Christoph Meyer: "Erstens staatliche Repression, zweitens soziale Entspannung und drittens Bildungsarbeit. Und nichts von diesen dreien allein reicht aus, nur die Kombination macht es." Das Bildungswerk setzt mit seinen Veranstaltungen am dritten Punkt an. "Und das nicht erst seit den Ereignissen und Diskussionen im Sommer/Herbst 2000", so Meyer weiter: "Hier ist nicht blinder Aktionismus gefragt, sondern längerfristige Konzepte."

Argumentations- und Zivilcouragetrainings

Schon seit 1999 bietet das Herbert-Wehner-Bildungswerk interessierten Gruppen und Einzelpersonen Seminare an, in denen es um die Auseinandersetzung mit rechtsextremen Personen und Parolen geht. Beim Argumentationstraining stehen neben einer Analyse des Phänomens Rechtsextremismus praktische Übungen im Vordergrund. "Dabei geht es vor allem um die Erprobung von Gesprächssituationen. Das eigene Handeln und Erleben der Teilnehmerinnen und Teilnehmer ist hier entscheidend", so Meyer. Das Seminar "Denken, Reden, Handeln – Gegen Rechts" hat zuletzt mit gutem Erfolg vom 1. bis 3. Dezember 2000 in Königstein stattgefunden. Eine Fortsetzung ist das Seminar zum Thema Zivilcourage, welches im Januar in Bautzen stattfindet (siehe Seminarprogramm). Hier geht es vor allem darum, den Umgang mit bedrohlichen Situationen zu üben.

Studienreisen mit jungen Leuten

Im Jahr 2000 sind dank der Förderung durch die Bundeszentrale für politische Bildung Studienreisen in Orte mit ehemaligen NS-Konzentrationslagern hinzugekommen. Höhepunkte waren Bildungsreisen mit Jugendgruppen aus Wurzen nach Theresienstadt und Auschwitz. Im kommenden Jahr stehen u.a. Buchenwald und Bergen-Belsen auf dem Programm. Gemeinsam mit Vereinen und Initiativen wie Gewerkschaften oder dem Netzwerk Demokratische Kultur Wurzen organisiert, werden auf solchen Fahrten nicht nur einfach Besichtigungen durchgeführt, sondern im Mittelpunkt stehen Gespräche mit Zeitzeugen und die eigentätige Beschäftigung mit der Geschichte. "Gerade bei der Thematik Judenvernichtung und dem, was in Auschwitz passiert ist, ist ein Darüber-Sprechen von großer Bedeutung", so ein Fazit des Seminarleiters Ingo Stange.

"Für Demokratie – Courage zeigen"

Drittens beteiligt sich das Herbert-Wehner-Bildungswerk am sächsischen Netzwerk für Demokratie und Courage, welches von verschiedenen Jugendverbänden ins Leben gerufen worden ist. Das Netzwerk organisiert bisher vor allem Couragetage an Schulen und Jugendeinrichtungen, in denen Schüler und Jugendliche von Leuten ihrer Altersgruppe auf spielerische Weise mit dem Thema Rassismus konfrontiert werden. "Wir werden uns im kommenden Jahr vor allem auf die Aus- und Weiterbildung der Teamer (neudeutsch für Seminarleiter) in diesem Bereich konzentrieren," so Christoph Meyer dazu.

Offen für Anregungen

"Wir freuen uns über jede Anregung, welche Seminare wir noch machen können, um die Demokratie in Sachsen zu stärken", meint Meyer weiter. "Politische Bildung gegen Rechtsextremismus erschöpft sich nicht allein in Seminaren, die direkt zu diesem Thema sind. Ein bloßes ‚Anti‘ reicht nicht. DemokratInnen müssen auch sagen können, wofür sie sind, um die Menschen zu erreichen. Insofern ist die politische Bildung insgesamt, in nahezu allen thematischen Ausformungen, ein wichtiger Baustein im Kampf gegen den Rechts- oder sonstigen Extremismus, für die Stärkung und den Ausbau unserer Demokratie."

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Hamburg hat jetzt einen Herbert-Wehner-Platz

     

Am 16. November 2000 wurde ein zentral gelegener Platz in Hamburg-Harburg nach dem langjährigen Hamburger Bundestagsabgeordneten und gebürtigen Dresdner Herbert Wehner benannt. Die Stadt Dresden wurde auf der Feier durch den 1. Bürgermeister Dr. Klaus Deubel (SPD), gleichzeitig Vorsitzender des Herbert-Wehner-Bildungswerk e.V., vertreten.

Zu den versammelten, darunter auch eine Reihe Senatoren, sprachen Hamburgs Erster Bürgermeister Ortwin Runde (SPD) und die Ehrenvorsitzende der Neuen Gesellschaft Sachsen e.V., Greta Wehner. In ihrer Rede erinnerte Greta Wehner an das politische Engagement von Herbert Wehner für die Dresdner Partnerstadt Hamburg.

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Peter Adler und Klaus Deubel wiedergewählt

Mitgliederversammlungen durchgeführt

Am 23. und 24. November 2000 fanden in Dresden die Mitgliederversammlungen der Vereine Neue Gesellschaft Sachsen e.V. und Herbert-Wehner-Bildungswerk e.V. statt. Dabei standen turnusgemäß auch Neuwahlen zu den Vorständen an. Das Herbert-Wehner-Bildungswerk e.V. ist der rechtliche Träger des gleichnamigen Bildungswerks. Den Vorstand bilden der 1. Bürgermeister der Stadt Dresden, Dr. Klaus Deubel (Vorsitzender), Rudi Homann vom Deutschen Gewerkschaftsbund sowie Greta Wehner (beide stellvertretende Vorsitzende). Alle drei Vorstandsmitglieder wurden auf der Mitgliederversammlung am 23. November 2000 im Ladenlokal des Bildungswerks in Dresden einstimmig wiedergewählt.

Die Neue Gesellschaft Sachsen e.V. ist der Förderverein des Herbert-Wehner-Bildungswerks. Vorsitzender ist seit der Vereinsgründung der SPD-Landtagsabgeordnete Peter Adler aus Liegau-Augustusbad. Er wurde auf der Mitgliederversammlung am 24. November 2000 einstimmig für zwei weitere Jahre im Amt bestätigt. Neu im Vorstand sind als stellvertretende Vorsitzende Barbara Ludwig, Parlamentarische Geschäftsführerin der sächsischen SPD-Landtagsfraktion aus Chemnitz sowie der Fraktionsgeschäftsführer der Landtags-SPD, Leo Stefan Schmitt, als Schriftführer. Wiedergewählt wurden Gunther Hatzsch, MdL (stellvertretender Vorsitzender), Lutz Kätzel (Schatzmeister), Margit Weihnert, MdL (zuständig für kommunalpolitische Bildung), Barbara Wittig, MdB (zuständig für allgemeine politische Bildung) und Dr. Christoph Meyer (Geschäftsführer). Aus dem Vorstand ausgeschieden sind zwei Gründungsmitglieder: Renate Jäger, MdB, und Rainer Schröer, Geschäftsführer der Neuen Gesellschaft Niederrhein. Beide hatten auf eine erneute Kandidatur verzichtet.

In der Mitgliedervesammlung, die in einem Dresdner Hotel stattfand, zog Geschäftsführer Christoph Meyer eine positive Bilanz der Vereinsarbeit in den letzten zwei Jahren: "Wir haben die Zahl der Seminare in den vergangenen zwei Jahren mehr als verdoppelt. Die Auseinandersetzung mit dem Rechtsextremismus nimmt in unserer Arbeit einen breiten Raum ein. Die Öffentlichkeitswirksamkeit des Bildungswerks ist durch 'Wehnerpost', Briefmarke, zahllose Pressemitteilungen und nicht zuletzt die Homepage im Internet erheblich gesteigert worden."

Meyer weiter: "Das Bildungswerk der sächsischen Sozialdemokratie hat ein Gesicht bekommen." Schließlich kündigte Meyer erneute Anstrengungen bei der Gewinnung von neuen Mitgliedern des Freundeskreises an: "Unser Ziel: 500 Mitglieder bis Ende 2002!"

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Soziale Bewegungen in Sachsen

Vortragsreihe des Herbert-Wehner-Bildungswerkes

Die sächsische Geschichte bzw. im weitesten Sinne die Geschichte des mitteldeutschen Raumes ist reich an sozialen Bewegungen. In Sachsen und Thüringen stand die Wiege der Reformation; die organisierte Arbeiterinnen- und Arbeiterbewegung erlebte hier im 19. Jahrhundert ihre größten und nachhaltigsten Erfolge. Das "rote Königreich" ging in den zwanziger Jahren in den "roten Freistaat" über, in dem zunächst Sozialdemokraten und Kommunisten gemeinsam die Regierung ausübten. Bis mit der Absetzung der SPD/KPD-Regierung durch die Reichswehr im Jahre 1923 die Zeit der Niederschlagung und Unterdrückung sozialer und politischer Emanzipationsbestrebungen begann – eine Niederlage, von der sich die Arbeiterbewegung nicht wieder erholen sollte, trotz gegenteiliger Hoffnungen nach dem zweiten Weltkrieg. Erst 1989 ging von Sachsen wieder ein revolutionärer Impuls aus – mit weitreichenden Folgen bis hin zur deutschen Einheit. Diese Vortragsreihe von Herbert-Wehner-Bildungswerk und Dresdner Seniorenakademie Wissenschaft und Kunst will an vier Terminen herausragende Ereignisse und Persönlichkeiten der Geschichte der sozialen Bewegungen in Sachsen und Mitteldeutschland würdigen.

Alle vier Vorträge sind öffentlich und kostenlos. Sie finden jeweils dienstags ab 17.00 Uhr in Dresden statt, und zwar im Gartensaal des Deutschen Hygiene-Museums, Lingnerplatz 1, 01069 Dresden. Themen und Termine sind:

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Die Mutter aller Seminare

"Werkstatt Politische Bildung" in Königstein

Vom 17. bis 22. September 2000 fand in Königstein eine "Werkstatt Politische Bildung" statt. Markus Schwertel, Politikwissenschaftler und freiberuflicher Trainer aus Berlin, führte die 17 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in die Didaktik und Methodik der politischen Bildung ein. Die Moderationsmethode, Kreativitätstechniken und das Projektmanagement wurden erläutert und am konkreten Beispiel aus der Politik geübt. Christoph Meyer vom Herbert-Wehner-Bildungswerk erläuterte die Struktur und Finanzierungsmöglichkeiten für die politische Bildung.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren am Ende begeistert. Sie kamen überein, daß im Januar ein Seminar zum Thema "Moderationstechniken" stattfinden soll. Für August/September 2001 ist eine Werkstatt zum Thema "Moderation von Gruppenprozessen" geplant - wenn es nach dem Willen der Seminarteilnehmerinnen und -teilnehmer geht - und nach dem des Bildungswerks.

"Dieses Seminar war ein Riesenerfolg für das Herbert-Wehner-Bildungswerk", so Geschäftsführer Meyer. "'Die Mutter aller Seminare' insofern als von hier aus kreative Impulse für die zukünftige Seminararbeit ausgehen werden, insbesondere im personellen Bereich", ergänzt er.

Das Seminarprotokoll (Fotos) steht hier zum Download zur Verfügung.

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Bald Herbert-Wehner-Platz in Dresden?

SPD-Fraktion bringt Antrag auf Umbenennung ein

In der Begründung zu dem Antrag heißt es unter anderem:

"Zeitlebens hat Herbert Wehner sich um die Verbesserung der Lebensbedingungen für die arbeitende Bevölkerung bemüht. Sein politisches Wirken in der Nachkriegspolitik begann in Hamburg vor allem mit der Arbeit in den Betrieben ...

Innerhalb der SPD war Wehner, selbst langjähriges Mitglied der Gewerkschaft Textil und Bekleidung, stets engagierter Befürworter einer engen Zusammenarbeit mit den Gewerkschaften. Er gehörte zu den Gründervätern der AfA. Besonders am Herzen lag ihm in den siebziger Jahren das Mitbestimmungsgesetz. Darum ist der Platz, an dem das Haus der Gewerkschaften liegt, der geeignete Platz für eine Benennung nach Herbert Wehner.

Die Bezeichnung des Platzes hat eine wechselvolle Geschichte:

Obwohl es sich bei der Wiederbenennung in "Schützenplatz" um eine historische Bezeichnung handelt, ist diese nicht im Bewußtsein der Dresdner verankert. Bekannter ist immer noch die vorletzte Bezeichnung "Ritzenbergstraße", auch als Adresse des Mietervereins. Insofern wäre eine nochmalige Umbenennung kein großer Eingriff in Gewohnheiten und Traditionen."

Im Stadtrat von Dresden hat die SPD seit der Kommunalwahl am 13. Juni 1999 9 von 71 Sitzen, die CDU (mit Oberbürgermeister) hat 34, die FDP/DSU 5, die PDS 18 und die Grünen 5 Sitze. Es wird also ganz entscheidend auf das Verhalten der "bürgerlichen" Mehrheitsfraktionen ankommen, wenn es in Dresden einen Herbert-Wehner-Platz geben soll.

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Theresienstadt - Vorzeigelager der Nazis

Eine Bildungsreise in die tschechische Kleinstadt Terezin

von Friederike Krebs

Es ist der 10. Juni. Gegen Vier am Nachmittag erreichen wir Terezin mit dem Bus. Die Sonne scheint und die tschechische Luft weht uns friedliche Stimmung entgegen. Alle Bäume wirken grüner, die Farben der Blumen auf dem Marktplatz intensiver und die Sonne gelber als zu Hause. Auf den fast immer gleich aussehenden Straßen sind oft vereinzelt wirkende Menschen im Gespräch vertieft, uns Touristen schon längst nicht mehr beachtend. Sie sehen einfach aus, meist gelassen und entspannt. Ich kann die Situation nicht deuten, weiß zu wenig über die Menschen und frage mich, wie sie hier leben. Beim Betreten der Herberge werde ich von einer kühlen Ruhe erfasst, ein gemütlicher Platz an dem für alles gesorgt wird. Hier verbringe ich die nächsten Tage und Nächte. Sind wir wirklich in Theresienstadt, eine der bekanntesten, wichtigsten und makabersten Stationen der Nazis auf dem Vernichtungszug gegen die Juden???

den vollständigen Text

Gedichte und Prosa
von Seminarteilnehmern

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Herbert Wehners Paukenschlag

Vortrag im Bildungswerk aus Anlaß des 40. Jahrestags der großen Wehner-Rede

Am 30. Juni 2000, dem 40. Jahrestag der berühmten außenpolitischen Grundsatzrede Herbert Wehners vor dem Deutschen Bundestag, fand im Herbert-Wehner-Bildungswerk eine Vortragsveranstaltung statt. Es referierte Dr. Christoph Meyer, Historiker und Leiter des Herbert-Wehner-Bildungswerks, vor einem interessierten Publikum von über 30 Personen.

Der 40minütige Vortrag war gewürzt mit über 30 Bildern, die mit modernen technischen Mitteln an die Wand projiziert wurden - und mit Original-Toneinspielungen aus der Wehner-Rede. Der Vortrag gliederte sich in sechs Abschnitte:

  1. Außenpolitik als Waffe im innenpolitischen Kampf
  2. Adenauers "Politik der Stärke": Westbindung vor Wiedervereinigung
  3. Die Außenpolitik der SPD: Zwischen Kooperation und Konfrontation
  4. Auf dem Weg zur Bestandsaufnahme
  5. Die Rede
  6. Schluß: Thesen

Auf den Vortrag folgte eine spannende Diskussion, in der viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre persönlichen Erlebnisse und Schlußfolgerungen schilderten. Der Vortrag selbst kann, ebenso wie ein zweiter illustrierter Vortrag zur Arbeit des Bildungswerks, für Versammlungen beim Bildungswerk bestellt werden.

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Gerhard Schröder Mitglied im Freundeskreis

Landtagsfraktion komplett beigetreten – Jetzt über 300 Mitglieder – Weitere Mitglieder und Spender gesucht

Die Zahl der Mitglieder des Freundeskreises Herbert-Wehner-Bildungswerk wächst weiter stetig. Auf einen Aufruf des Freundeskreises hin trat jetzt auch Gerhard Schröder, Parteivorsitzender der SPD, dem Kreise bei. Unter den neu Beigetretenen sind weitere bekannte Namen, so der IG-BAU-Vorsitzende Klaus Wiesehügel, Bundesministerin Edelgard Bulmahn u.a. Mit dem Beitritt ihres stellvertretenden Vorsitzenden, Prof. Dr. Cornelius Weiss, ist die sächsische SPD-Landtagsfraktion nunmehr vollzählig im Freundeskreis vertreten; unter den sächsischen SPD-Bundestagsabgeordneten erreicht der Freundeskreis immerhin eine Zwei-Drittel-Mehrheit (acht von zwölf). Viele Neumitglieder kommen weiter über die Werbung in Seminarveranstaltungen. Unter ihnen ist auch das 300. Freundeskreismitglied, der SPD-Unterbezirksgeschäftsführer aus dem Erzgebirge, Dieter Lang.

Der Freundeskreis unterstützt das Bildungswerk bei seiner Arbeit. Dabei geht es insbesondere um die Beschaffung finanzieller Mittel, die längerfristig die Unterbringung des Bildungswerks in einem eigenen Gebäude ermöglichen sollen. Mit Bibliothek, Büro- und Tagungsräumen. Sprecher des Freundeskreises ist Dr. Hans-Jochen Vogel, der Nachfolger von Herbert Wehner als Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion. Wir laden alle ein, dem Freundeskreis beizutreten, die mit uns das Andenken an Herbert Wehner bewahren und die Arbeit des Bildungswerkes unterstützen wollen! Der jährliche Mindestbeitrag beträgt DM 120,-. Selbstverständlich versendet der Freundeskreis die entsprechenden Spendenformulare. Die Mitglieder des Freundeskreises erhalten jeweils automatisch die ”Wehnerpost” frei Haus und werden einmal pro Jahr zu den Treffen des Freundeskreises nach Dresden eingeladen. Darüber hinaus wird der Teilnahmebeitrag an Seminaren des Herbert-Wehner-Bildungswerks für Freundeskreismitglieder um die Hälfte gesenkt (Höchstersparnis pro Seminar DM 50,-).

Wer über den Mitgliedsbeitrag hinaus etwas spenden möchte, ist dazu herzlich eingeladen. Konto-Nummer 341550213 bei der Stadtsparkasse Dresden, BLZ 85055142.

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Wehner-Bibliothek wird eingerichtet

Bildungswerk vergrößert sich – ABM-Stelle geschaffen

Seit dem 1. April 2000 ist das Herbert-Wehner-Bildungswerk um 65 Quadratmeter größer. Es wurden zusätzliche Büroräume im 1. Stock des Hauses Kamenzer Straße 12 angemietet, um Platz zu schaffen für zusätzliche Aufgaben. Dazu gehört die Einrichtung einer Bibliothek, die auf lange Sicht die privaten Buchbestände der Familie Wehner umfassen soll. Zur Erfassung der Bücher konnte beim Arbeitsamt eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme (ABM) erwirkt werden.

Über 5.000 Bände

Daß Berufspolitiker wenig Zeit zum Lesen haben, ist eine Binsenweisheit. Daß einer wie Herbert Wehner es trotzdem geschafft hat, in knapp 40 Jahren politischer Tätigkeit nach dem Zweiten Weltkrieg über 5.000 Bände anzusammeln, spricht Bände – im wahrsten Sinne des Wortes. Da stehen die Bundestagsreden von Franz Josef Strauß neben einer Herder-Ausgabe von 1829, die Protokolle sämtlicher SPD-Parteitage finden sich ebenso wie Romane, historische Werke und Klassiker der Weltliteratur. Ein wichtiger Schwerpunkt ist die Deutschlandpolitik, aber die Bibliothek enthält auch umfangreiche Literatur zur politischen Theorie, landeskundliche Literatur von China bis zu den USA und vieles mehr. Die Mehrheit der Publikationen stammt aus der alten Bundesrepublik.

Bibliotheken im Osten Deutschlands haben nach der Wende vor zehn Jahren eine Menge westlicher Literatur nachkaufen müssen, aber aus finanziellen Gründen und weil manches auch kaum noch zu beschaffen war, tun sich hier Lücken auf. Lücken, die die Wehner-Bibliothek vielleicht an manchen Stellen füllen kann. So ist es ein großer Schatz an Büchern, den Greta Wehner in ihrer Privatwohnung hütet. Diese Werke bleiben natürlich in ihrem Besitz und zu ihrer Verfügung. Der Teil, der nicht in ihre Wohnung paßt, kommt schon jetzt ins Bildungswerk, und die anderen Bände werden allesamt in einer Computerdatei erfaßt.

Öffentliche Präsenzbibliothek

Die Bücher sollen dann künftig von allen Interessierten per Computerrecherche im Bildungswerk oder auch übers Internet in die Räume der Bibliothek bestellt und dort vor Ort gelesen werden können. Es handelt sich also um eine Präsenzbibliothek. „Schon bei meinem Umzug nach Dresden“, so Greta Wehner, „hatte ich gehofft, daß die Bibliothek bereits zu meinen Lebzeiten zu Bildungszwecken mitgenutzt werden könnte“. Mit der Erschließung der Bibliothek wird dieser Wunsch in Erfüllung gehen.

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Herbert-Wehner-Platz

Wie unser Freundeskreismitglied Frank Schnabel mitteilt, befindet sich der erste Herbert-Wehner-Platz Deutschlands nicht in der Stadt Kamen (Ruhrgebiet), sondern im nahe gelegenen Bergkamen. Frank Schnabel wohnt genau „über“ dem Herbert-Wehner-Platz. In Hamburg-Harburg, wo er von 1949 bis 1983 seinen Bundestagswahlkreis hatte, wird in diesem Sommer noch ein Platz nach Herbert Wehner benannt.

Aus Wehners Heimatstadt Dresden gibt es seitens des Oberbürgermeisters ermutigende Signale; die Umbenennung einer Straße oder eines Platzes muß jedoch durch den Stadtrat beschlossen werden, wo sich die Angelegenheit zur Zeit verzögert.

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Kommunalpolitische Bildung wird gestärkt

Herbert-Wehner-Bildungswerk und SGK Sachsen wollen zusammenarbeiten

Die Aktivitäten des Herbert-Wehner-Bildungswerks auf dem Gebiet der kommunalpolitischen Bildung werden erheblich ausgeweitet. Am 18. April 2000 haben die Vorstände von Herbert-Wehner-Bildungswerk e.V. und der Sozialdemokratischen Gemeinschaft für Kommunalpolitik (SGK) Sachsen e.V. auf einer gemeinsamen Sitzung ein Papier verabschiedet, das eine umfassende Zusammenarbeit vorsieht.

Ab dem Jahr 2001 soll demzufolge die kommunalpolitische Bildungsarbeit in Sachsen unter dem Dach des Herbert-Wehner-Bildungswerks zusammengeführt werden. Zu diesem Zweck wird im Bildungswerk eine neue Abteilung für kommunalpolitische Bildung geschaffen und auch personell besetzt. Die eigenständige Arbeit der SGK als Interessenvertretung von Kommunalpolitikerinnen und –politikern bleibt auch unter der neuen Regelung voll gewährleistet.

„Ein tragfähiger Kompromiß“, so beschreibt Peter Adler, MdL, Vorsitzender der Neuen Gesellschaft Sachsen e.V., das Ergebnis der Verhandlungen; „beide Seiten können damit leben, denke ich.“ Die Verhandlungen waren notwendig geworden, nachdem die sächsische Staatsregierung die Zuwendungen im Bereich kommunalpolitische Bildung drastisch gekürzt hatte. Als Vermittlerin hatte sich in die Gespräche Constanze Krehl, MdEP, Landesvorsitzende der SPD, eingeschaltet. „Sie hat wesentlich zu dem Erfolg beigetragen“, so Peter Adler. „Wir werden insgesamt mehr für die kommunalpolitische Bildung tun können“, so bringt Christoph Meyer, Geschäftsführer des Herbert-Wehner-Bildungswerks, das Verhandlungsergebnis auf den Punkt.

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Abschied von Johannes Herkner

94jährig gestorben

Das Herbert-Wehner-Bildungswerk trauert um Johannes Herkner, der im Mai 2000 im Alter von 94 Jahren verstorben ist. Der Gartenbauingenieur Herkner war schon in den zwanziger Jahren der SPD beigetreten. In der Nazizeit zwischenzeitlich für seine Überzeugungen inhaftiert, konnte er erst nach 1989 wieder zu „seiner“ Partei zurückkehren. Er wurde zum Ehrenvorsitzenden des SPD-Ortsvereins Meißen. Johannes Herkner war bis ins hohe Alter sehr aktiv; zu Veranstaltungen des Herbert-Wehner-Bildungswerks fuhr er bis zuletzt selbst mit seinem Wagen vom Fabrikat „Trabant“. Herkner, wie Herbert Wehner Geburtsjahrgang 1906 und wenige Monate älter als dieser, bildete gewissermaßen eine Brücke zu der Zeit, in der Wehner in Sachsen politisch aktiv wurde. Noch wenige Wochen vor seinem Tod war Johannes Herkner auch dem Freundeskreis Herbert-Wehner-Bildungswerk beigetreten.

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Vorträge im Angebot!

Vierzigster Jahrestag der großen außenpolitischen Rede von Herbert Wehner – Vorstellung von Herbert-Wehner-Bildungswerk und Freundeskreis

Auf der Suche nach interessanten Themen für die nächste oder übernächste Sitzung? Das Herbert-Wehner-Bildungswerk bietet jetzt zwei informative „illustrierte" Vorträge an. Das Angebot ist für viele Arten von Versammlungen geeignet und richtet sich an alle Interessierten.

Zur Arbeit des Herbert-Wehner-Bildungswerks

Der erste Vortrag dauert etwa 25 Minuten und dient der Vorstellung der Arbeit des Herbert-Wehner-Bildungswerks. Was ist das Herbert-Wehner-Bildungswerk, woher der Name, wie verlief die Geschichte und was ist das Programm des Bildungswerks, schließlich der Freundeskreis Herbert-Wehner-Bildungswerk, das sind die Themen. Ergänzt mit farbigen Bildern aus dem Computer wurde diese Präsentation der Arbeit des Bildungswerks schon in mehreren Veranstaltungen vorgestellt. Die anschließende Diskussion war stets lebhaft, wobei es um die verschiedensten Themen ging: Mal kamen Fragen der politischen Bildung und eigene Ansprüche an Seminarveranstaltungen zur Sprache, mal ging es um die Person und den Lebensweg von Herbert Wehner selbst.

Herbert Wehners Paukenschlag

Fast abendfüllenden Charakter hat der zweite Vortrag. In etwa 40 Minuten beschäftigt er sich mit einer entscheidenden Wendung in der Geschichte der deutschen Nachkriegssozialdemokratie. Es geht um das Ringen um eine gemeinsame Außen- und Deutschlandpolitik im geteilten Deutschland und die herausragende Rolle, die der Sachse Herbert Wehner in dieser Auseinandersetzung gespielt hat. Ein illustrierter Vortrag, auf den sicher eine lebhafte Diskussion folgt.

Im Zentrum steht dabei Herbert Wehners Bundestagsrede vom 30. Juni 1960. Sie veränderte die außenpolitische Diskussion in der Bundesrepublik mit einem einzigen „Paukenschlag" von Grund auf. Wehner stellte die SPD fest auf den Boden des westlichen Verteidigungsbündnisses und schuf so die Voraussetzungen für die Regierungsübernahme 1966/69. Und mittelfristig auch für die „Neue Ostpolitik". Am Schluß stehen Thesen zu der Frage, welche Lehren für heutige Innen- und Außenpolitik aus Wehners Rede gezogen werden können. Dieser Vortrag wurd erstmals am 40. Jahrestag der Rede (30. Juni 2000) im Herbert-Wehner-Bildungswerk gehalten.

Die Konditionen: Einfach bestellen!

Beide Vorträge können einfach beim Herbert-Wehner-Bildungswerk bestellt werden. Innerhalb von Sachsen entstehen dadurch normalerweise keine weiteren Kosten. Voraussetzung sind: Eine Steckdose, eine weiße Wand und mindestens etwa ein Dutzend Zuhörer/innen, die für das Thema zu interessieren sind. Bestellung, solange der Terminkalender frei ist!

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Wehner Gedicht

Ein Freundeskreismitglied hat uns ein "ultimatives Wehnergedicht" geschickt. Es trägt den Titel "Nostalgie".

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Erinnerung an Herbert Wehner

Briefmarke – Platzbenennung – Feierstunde – Freundeskreis

Bundesfinanzminister Hans Eichel hat am 11. Januar in Berlin eine Briefmarke mit dem Konterfei Herbert Wehners vorgestellt. „Er selbst hätte vermutlich geschmunzelt“, meinte Greta Wehner zu dieser Auszeichnung aus Anlaß des 10. Todestages des großen SPD-Politikers (1906-1990). Die Witwe bezeichnet die Sondermarke als „eine Aufforderung, politische und parlamentarische Arbeit als die wichtigste Grundlage unserer Demokratie zu erkennen“. Sie lebt seit 1996 in Wehners Geburtsstadt Dresden, „um ein Stück von Herbert in seine Heimat zurückzubringen“. Das Dresdner Herbert-Wehner-Bildungswerk hatte die Herausgabe der Marke angeregt.

Eine besondere Ehrung erfährt Herbert Wehner in Hamburg-Harburg. Dort wird ein zentral gelegener Platz in „Herbert-Wehner-Platz“ umbenannt. Von 1949 bis 1983 hatte Herbert Wehner dort seinen Bundestagswahlkreis. Bei allen neun Bundestagswahlen in dieser Zeit hat Wehner das Direktmandat für die SPD gewonnen.

Am 19. Januar fand in Dresden eine Feierstunde zum 10. Todestag von Herbert Wehner statt. Über 200 Gäste aus Dresden und der gesamten Bundesrepublik waren dabei. In einer bewegenden Ansprache erinnerte Witwe Greta an Wehners „stille Vorarbeit“ für die Heimholung der Kriegsgefangenen aus der Sowjetunion Mitte der 50er Jahre. Und Peter Struck, Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion, bezeichnete in seiner Rede seinen Vorgänger als einen „zutiefst gesamtdeutschen Politiker“. Wehner war Reformer der SPD und Motor der Deutschlandpolitik. Als die Mauer fiel und sein Lebenswerk in Erfüllung ging, hat er dies nicht mehr bewußt miterleben können.

Aus Anlaß des 10. Todestages traf sich in Dresden auch der Freundeskreis Herbert-Wehner-Bildungswerk, dessen Sprecher der langjährige Partei- und Fraktionsvorsitzende Hans-Jochen Vogel ist. Wehner hat, so Vogel, „zeitlebens in der politischen Bildung ein wesentliches Element für die Bewahrung und den Ausbau der Demokratie gesehen“. In einem Aufruf aus Anlaß des 10. Todestages appelliert der Freundeskreis an alle, die sich Herbert Wehner verbunden fühlen, „das Engagement des Freundeskreises für das Bildungswerk zu unterstützen“. Dieses könne „durch eine Spende oder durch den Erwerb der Mitgliedschaft, am besten aber durch beides geschehen. Nur so läßt sich das Vermächtnis Herbert Wehners lebendig erhalten.“

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